YAML – Das Buch dazu… Fragen bleiben
CSS-Layouts – Praxislösungen mit YAML
Author: Dirk Jesse
Editor: Stephan Mattescheck
Year: 2007
Category: Internetprogrammierung
Publisher: Galileo Computing
Price: 29,90
ISBN: 978-3-89842-837-8
Eigentlich sollten nach der Lektüre eines Fachbuches mit knapp 400 Seiten kaum Fragen offen bleiben. Jedenfalls nicht, wenn man mit dem Thema des Fachbuches vertraut ist.
Ganz anders erging es mir nach dem Lesen von “CSS-Layouts – Praxislösungen mit YAML”! Nachdem ich hier bereits über das YAML-Framework an sich und meine ersten Gehversuche berichtete, habe ich mich auch tatsächlich eingehender mit dem Framework anhand dieses Buches beschäftigt.
Etwas grundlegendes zum Buch: in den ersten beiden Kapiteln geht es um das prinzipielle Entwickeln von Spaltenlayouts und den Umgang mit CSS-Browserbugs.
Alle restlichen Kapitel beschäftigen sich ausnahmslos mit dem YAML-Framework. Es geht los mit dem Grundverständnis zum YAML-Framework, der Layoutentwicklung, zieht sich über einige Tipps und Tricks und kommt schließlich zu Theorie und Praxis beim Einsatz von YAML in typo3.
Speziell die Teile, in denen es um die Anwendung des YAML-Frameworks geht schafft es der Autor Dirk Jesse nicht, sein zu feingliedrig strukturiertes HTML-Template (nichts weiter ist das von Jesse-Anhängern als Framework betitelte YAML) dem Leser klar zu machen. Er verliert sich häufig in Details, erklärt an unterschiedlichsten Stellen warum er das Template wie strukturiert und vergisst dabei völlig, dass nicht jeder Leser seine Gedankenstruktur nachvollziehen kann.
In all dieser Gedankenverlorenheit geht Jesse absolut ungenügend auf den eigentlichen und konkreten Anwendungsfall ein. Viel zu wenig praxisnahe Beispiele säumen einen Weg von Idealismen heruntergebeteter Webstandards. Diese sind zweifellos wichtig, aber bei der Zielgruppe unangebracht, da sie sich über dieses Thema bereits erschöpfend Gedanken gemacht hat.
Wie bereits erwähnt wird YAML gern als Framework bezeichnet. Ein Framework ist im eigentlichen Sinne eine Begrifflichkeit aus der Softwareentwicklung. Und dort sollte sie auch bleiben.
Auch wenn die Definition eines Frameworks an manchen Stellen auf YAML zutrifft, fehlt mir einfach die Flexibilität und der Umfang eines echten Frameworks.
Denn obwohl YAML soweit möglich modular aufgebaut wurde und durch flexible Spaltenanordnung, “grafikfreie Spaltentrenner” oder Variabilität der Spaltenzahl eine Art von rudimentären Funktionen bietet, fehlt mir das wirklich einfache Verwenden dieser Funktionen.
Letztlich halte ich YAML trotz der didaktischen Inkompetenz des Autors für einen sehr schönen Ansatz. Denn moderne Spaltenlayouts lassen sich damit wahrlich schnell und einfach erstellen, sobald man erst einmal mit YAML vertraut ist!
