iPhone-App fahr-Info Berlin bekommt zukünftig Daten vom VBB geliefert
Die Schreie waren groß, die Blogosphäre rächte sich bitterlich, als bekannt wurde, dass die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) den Programmierer der kostenlos beziehbaren Applikation Fahr-Info Berlin dazu drängte, die mit der Applikation gelieferte Fahrplanübersicht zu entfernen. Auch der Zugriff auf Detailpläne der BVG wurde untersagt.
Der übergeordnete Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg handelte klüger und sozial verantwortungsvoll, indem er dem noch recht jungen Programmierer eine Kooperation anbot und nun den direkten Zugriff auf die Datenbank des VBB ermöglicht. Dabei überlegte der VBB nach Auskunft der taz schon, das Mobilangebot für Windows mobile Gerate abzuschalten. Die Nutzer von Fahr-Info Berlin wird es freuen. Vor allem, wenn die Suche nach nächstgelegenen Haltestellen wieder da ist. Ich jedenfalls freue mich sehr für Jonas Witt über diesen errungenen Sieg.
Entwicklung und Nachtrag
Am 31.10.2008 titelt die Onlineausgabe der taz: “BVG stößt Kunden mit iPhone vor den Kopf“. Zuvor hatte bereits das Update der Applikation, die seitdem ohne den Fahrplan und die Suchfunktion nach nächstgelegenen Haltestellen auskommen musste, unter Nutzern des Programmes erhebliche Bestürzung ausgelöst.
Erst am 05.11.2008 trat die behäbige BVG vor und machte per Pressemitteilung klar, dass sie sich “grundsätzlich nicht gegen innovative Ideen oder Nutzungen von Website-Inhalten und Weiterentwicklungen zum Angebot der elektronischen Fahrgastinformation” sperrt. Dem Programmierer wurde angeboten, auf den Fahrplan verlinken zu dürfen, was aber laut Nutzungsbedingungen schon vorher möglich gewesen wäre. Er empfand das Angebot nicht als Zusammenarbeit und verzichtete auf die Verlinkung.
Ich selbst habe mich einmal bemüht, der BVG meine Entrüstung kund zu tun und bekam den Text der Pressemeldung zugeschickt. Immerhin eine Reaktion, die ich nicht erwartet hätte.
Nun gibt es also demnächst eine neue Version, die offiziell vom VBB unterstützt wird.
Juristisch gesehen sicher war die Aufforderung der BVG sicher der richtige Schritt, für die Kunden der BVG und Nutzer des Programmes aber das völlig falsche Signal. Die BVG hat sich als Miesmacher dieser freien Applikation hingestellt, indem sie das vorhandene -sehr gute kostenlose und unabhängige- Projekt im Funktionumfang beschnitt und gleichzeitig auf die eigenen -sehr viel unangepassteren- mobilen Webseiten verwies.
Wer aber die Zeiten kennt, in denen Apple nur optimierte Webseiten statt nativer Programme auf dem iPhone erlaubte, weiß, welch Segen in Sachen Usability und Komfort native Programme sind.
Und nun dem Programmierer der besseren und kostenlos entwickelten Alternative auf die Finger zu klopfen lockte die anspruchsvolle iPhone-Kundschaft und BVG-Nutze auf den Plan, die die Milch der BVG schnell sauer lassen ließen. Gut so, liebe Mitblogger, so muss das sein!